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  • 01. Juni 2009

    Google Wave – Wenn man heute die E-Mail erfinden würde…

    Technik ist nicht das Thema dieses Blogs und gerade eine neue technische Anwendung bildet den Auftakt: „Google Wave“, das Lars Rassmussen und Stephanie Hennon auf der Google I/O Developer Conference, am 28. Mai 2009 im Moscone Center, San Francisco vorstellten.

    Aus webosophischer Sicht veranschaulicht Google Wave drei wesentliche Aspekte des Webs:
    (1) Konvergenz von Funktionalitäten;
    (2) Ermöglichen von instantanem (real-time) Arbeiten;
    (3) Ausrichtung auf Peer Production.

    (1) Konvergenz von Funktionalitäten

    „Google Wave“ integriert Aspekte von E-Mail, Chat, Blog, Forum, Textverarbeitung, Dateiverwaltung, Quick-Poll und Wiki in sich.

    (2) Ermöglichen von instantanem (real-time) Arbeiten

    Bei Google Wave sendet man keine E-Mail mehr von seinem lokal PC, sondern startet auf der online-Arbeitsplattform  eine „wave“ (engl. „Welle“). Jeder „Angewavete“ kann an jeder Stelle des Textes antworten: Jeder der in die Wave eingeschlossen ist, sieht in real-time Buchstabe für Buchstabe, was jemand gerade tippt auf Wunsch übersetzt in seine Sprache. Da dies alle Mitglieder einer „wave“ gleichzeitig machen können, entsteht eine Art Multiuser-live-chat. Tippfehler werden während des Tippens sofort automatisch korrigiert – und zwar semantisch richtig.

    Per Drag and Drop lassen sich z. B. Bilder einfügen, die dann ebenfalls „sofort“ für alle in die Wave eingeschlossenen Personen sichtbar sind – „Absenden“ oder „neu laden“ ist nicht mehr nötig.

     Ändert jemand den Namen einer Fotodatei wird instantan der Änderungsvorgang – Buchstabe für Buchstabe – für alle in die Wave eingebundenen Personen sichtbar.
    Und wenn man nicht von Anfang an dabei war? Dafür wurde eine „Playback“-Funktion eingerichtet, über die man sich die Entwicklung der „wave“ als Kurzfilm Schritt für Schritt ansehen kann.

    (3) Ausrichtung auf Peer Production

    Die seit 2007 von Google Programmieren um Jens und Lars Rassmussen (Google Australien) entwickelte Anwendung soll als Open Source eingeführt werden. Die Eignung für Peer Production wird durch Rassmussens Äußerung bekräftigt, Google Wave sei ausschließlich mit dem Open-Source-Programmier-Framework „Google Web Toolkit“ verwirklicht worden.
    Die Teilnehmer der Konferenz erhielten Zugangsdaten zur Entwicklungsversion von Google Wave, um die Anwendung zu testen und um eigene Erweiterungen zu schreiben, wozu sie mehrfach ausdrücklich aufgefordert wurden.

    Google Wave braucht etwas Zeit, Vertrauen und eine kritische Masse

    Ob und in welcher Weise Google mittels Wave Wertschöpfung realisieren will ist offen. Auch ist fraglich, ob Unternehmen und Organisationen hinreichend Vertrauen zur Marke Google, um ihre Businessdaten über die Google Server laufen zu lassen.
    Neben weiterer Entwicklungszeit wird „Google Wave“ auch eine kritische Masse von Nutzern aufbauen müssen, um sich durchzusetzen. Noch also haben die etablierten Businesssoftware-Anbieter – nennen wir stellvertretend Microsoft und IBM – ein wenig Zeit, um nachzulegen.

     

    Hier das Video zur Vorstellung von Google Wave durch Lars Rassmussen et al.:

    Quellen:

    – Youtube:  http://www.youtube.com/watch?v=v_UyVmITiYQ (Stand: 01.06.2009)
    – Google: http://wave.google.com/ (Stand: 01.06.2009)

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